Bericht von der fleissigen Regional Reporterin Katharina Baumeister. Ebenso das Foto. Danke für die Genehmigung.               

Gammelsdorf. Die EU-Abgeordnete Christine Singer, Vertreterin der Freien Wähler im Europäischen Parlament, war Gast bei den Freien Wählern in Gammelsdorf. Bevor die EU-Abgeordnete ein Plädoyer auf die Landwirtschaft und auf die EU hielt, stellte Ortsvorsitzender Uwe Penner den Gast vor. Singer ist seit der letzten EU-Wahl für die Wahlkreise Bayern und Baden-Württemberg im Europaparlament, sie ist Kreisrätin im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Landesbäuerin im BBV. Penner bezeichnete es als wichtig, dass die FW im Europaparlament vertreten seien und dort auch die deutschen Interessen vertreten. Christine Singer setze sich im EU-Parlament vor allem für den ländlichen Raum, die Landwirtschaft sowie den Abbau von Bürokratie ein. In Brüssel gehöre sie dem Agrarausschuss an. Singer betonte, dass EU-Entscheidungen stärker an den Bedürfnissen der Regionen ausgerichtet werden sollten, es brauche mehr Abgeordnete aus dem praktischen Leben und mit mehr praktischer Erfahrung im Parlament. Für sie werden in vielen Verordnungen vor allem die Verbraucher geschützt, daher breche sie auch eine Lanze für die Betriebe im ländlichen Raum. Als Landwirtin wisse sie, welche Entscheidungen für den Fortbestand der Landwirtschaft zu treffen seien. „Mit gutgemeinten Verordnungen machen wir die Betriebe kaputt“. Als ihre politischen Ziele nannte Singer Nachhaltigkeit, Stärkung des Mittelstands sowie die Unterstützung familiengeführter Betriebe. Sie warb natürlich auch für praxistaugliche Regeln, die Landwirten den Alltag erleichtern und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums fördern. „Wir brauchen starke Stimmen und die Regierung muss es schaffen, mit motivierten Leuten Deutschland nach vorne zu bringen“. Das Gewicht Deutschland sei in der EU nicht zu spüren. Die FW richten sich nach dem Wahlprogramm, so Singer. Für sie persönlich gelte es für die Landwirtschaft zu stimmen, denn nicht alle Lebensmittel in den Geschäften hätten europäischen Standard. Erst in dieser Woche habe sie mit Kollegen der CSU einen Änderungsantrag zur Klarstellung der Öko-Weidepflicht eingebracht. Dieser wurde vom Agrarausschuss im EU-Parlament angenommen. „Wir sind die, die mitarbeiten“, es gebe viele Errungenschaften, die in Zusammenarbeit und im Austausch über die Fraktionsgrenzen zu Erfolgen geführt hatten. Hier nannte sie den Schengen-Raum oder auch das Erasmuns Programm, ein EU-Programm für Bildung, Ausbildung, Jugend und Sport, das Auslandsaufenthalte, Praktika, Austausch und Fortbildungen fördere. Im EU-Parlament sitzen 720 Abgeordnete, davon kommen 95 Mitglieder aus Deutschland. 258 Parteien sind im Parlament vertreten. 2025 seien 21 Richtlinien, 102 Verordnungen, 137 delegierte Rechtsakte und 1196 Durchführungsrechtsakte entschieden worden. „Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft, denn wenn Europa Probleme hat, haben wir alle Probleme“ resümierte die EU-Abgeordnete.  Anwesend war in Gammelsdorf neben regionaler Politprominenz auch Landtagsabgeordneter Benno Zierer. Er lobte das Engagement von Christine Singer und die Zusammenarbeit mit den bayerischen Ministern. „Die Bürger erwarten, dass Politik zusammenarbeitet“, so Zierer. Die bürokratischen Forderungen seien eine Herausforderung, er plädierte diese herunterzuschrauben, denn dies mache jegliche Arbeit anstrengend. 

Bei der vorab abgehaltenen Jahreshauptversammlung legte der Ortsvorsitzende der Freien Wähler, Uwe Penner seinen Tätigkeitsbericht vor. Derzeit gehören dem Ortsverband 14 Mitglieder an. Neben den Vorstandssitzungen und diversen Teilnahmen an Veranstaltungen auf Kreis- und Bezirksebene habe man auch die Kandidaten der FW im Wahlkampf unterstützt.

BU. Als Gastrednerin bei der Jahresversammlung des Ortsverbandes der Freien Wähler konnte Uwe Penner die EU-Abgeordnete Christine Singer begrüßen - Foto: Katharina Baumeis